Bei uns ist Laufkundschaft nicht Laufkundschaft sondern Stammkundschaft.

Als Laufspezialist führen wir eine grosse Auswahl an Lauf- und Walkingschuhen, Textilien und Zubehör. Das Wichtigste was dich jedoch bei uns erwartet ist ein professionelle Beratung vom Läufer für Läufer. In der Sport-Schmetta profitierst du von einer qualifizierten, auf deine Bedürfnisse abgestimmten Beratung, welche Läuferinnen und Läufer aller Leistungsbereiche umfasst. Bei uns findet garantiert jeder den Lauf- / Walkingschuh welcher zu ihm passt.

Von uns zum Thema Schuh ...

 

Auf der größten Sportartikelmesse der Welt, der ISPO in München, fand Ende Januar das RUNNER’S WORLD Laufschuhsymposium statt. Dabei trafen sich möchtegern renommierte Wissenschaftler, Biomechaniker, Laufsport-Händler, Blogger und Laufverrückte, um über das Laufen und den Liebling aller Läufer zu diskutieren: Den Laufschuh.

Vor allem ging es den über 200 von RUNNER’S WORLD eingeladenen Experten um die richtige Auswahl und die richtige Beratung im Fachgeschäft. Was für einen Läufer zunächst ganz simpel erscheint, darüber zerbrechen sich die Experten aus Handel und Industrie den Kopf. Zumal einige der bekanntesten und erfahrensten Wissenschaftler, die sich mit Laufschuhen beschäftigen verkündet hatten, dass sie sich in der Vergangenheit in einigen Punkten schlicht geirrt haben.

Und das Irren geht scheinbar munter weiter. Vor allem wenn man den folgenden von Runner's World publizierten Text liest. 

Laufschuh-Dämpfung neu bewertet

Das betrifft vor allem die in der Laufschuhberatung oft genannten Aspekte „Dämpfung“ und „Pronation“. So dachte man lange Zeit, dass die übermäßige Pronation „gefährlich“ sei und die Ursache von Verletzungen. „Stimmt nicht“, so trug es Dr. Simon Bartold jetzt in München vor, die so genannten Überpronierer sind nämlich auch nicht häufiger verletzt als die anderen Läufer.

Vielleicht wäre es ja mal an der Zeit, dass sich all die möchtegern Gurus einen Laufschuh aus der Nähe anschauen, und sich ein paar Gedanken darüber machen was mit diesem während dem Laufen, resp. beim Auftritt passiert. Und vielleicht sollten sich all die lieben Forscher bewusst darüber werden, dass es unter den Laufbegeisterten auch welche gibt, die lauftechnisch nicht mehr ganz so perfekt laufen (können) wie sie es selbst wohl gerne würden. Denn einerseits wird jeder mal älter und anderseits hat leider auch nicht jeder so viel Zeit für Rumpf- / Stabilitäts- und Lauftraining, um sich den optimalen Laufstil anzueignen.

Zum Thema Überpronation sagt er: „Das 40 Jahre alte Paradigma der Laufschuhindustrie ist ein Irrtum.“ Der Biomechaniker aus Australien forscht für Laufschuhhersteller Salomon an neuen Konzepten. Er betonte in seinem hochaktuellen Vortrag, dass das immer gleiche Bewegungsmuster, das viele Läufer automatisch beim Laufen auf der Straße haben, die Hauptursache für die Entstehung von Verletzungen sei: „Es ist nicht das Laufen selbst, sondern dass die Läufer immer eintöniger laufen. Wenn man Abwechslung reinbringt, also zum Beispiel auf unterschiedlichem Untergrund läuft, dann sinkt das Verletzungsrisiko sofort.“

Nun, wie es scheint hinkt man in Australien dem Wissen welches man hier hat um mindestens 20 Jahre hinterher. Wer viel läuft sollte mindestens 2 - 3 Paar Schuhe abwechslungsweise laufen. Das ist eigentlich schon lange jedem Läufer bewusst. Und dass Laufen auf immer demselben Untergrund oder derselben Strecke auch nicht gerade förderlich für die Gesundheit ist, wissen wir auch. Immer dieselbe Belastung führt zu einer Überbelastung. Und richtig gut trainiert ist nur, wer ein möglichst breites Bewegungsmuster sein eigen nennt. Früher ist man im Winter Cross gelaufen. Hat sich durch Schlamm und über unebenen Untergrund gequält und somit Kraft und Koordination geschult. 

Auch Spencer White, Entwicklungschef bei Laufschuhhersteller Saucony, bekennt auf dem RUNNER’S WORLD Laufschuhsymposium: „Wir haben in der Vergangenheit nicht das Beste getan!“ Seine Konsequenz: „Wir müssen uns viel mehr auf die „Stride Dynamics“ konzentrieren“ – also bei der Analyse des Laufstils eines Läufers nicht nur den Blick auf die Fußbewegung richten, sondern den ganzen Bewegungsablauf.

Dazu gehören etwa die Rotation von Hüft- und Schulterachse, die gesamte Beinachse und der Aufsatzpunkt des Fußes in Relation zum Schwerpunkt des Körpers. Einen ganz konkreten Tipp hielt Spencer White für Laufgeschäfte parat: Statt die Videokamera bei der Laufanalyse von hinten auf den Läufer zu richten, sollte sie besser den Läufer von der Seite aufnehmen. Und auch er hatte einen wichtigen Tipp für Läufer: „Jeder Läufer profitiert am meisten, wenn er unterschiedliche Schuhe einsetzt“, so White. „Wer mindestens zwei verschiedene Modelle zum Laufen einsetzt, verringert seine Verletzungsanfälligkeit um 38%.“ Und zum Thema Pronation brachte er beim RUNNER’S WORLD Laufschuhsymposium den Stand der Wissenschaft auf die Formel: „Es ist nicht die Frage, wie stark ein Läufer proniert, sondern, wie der Körper mit dem Maß an Pronation umgehen kann.“

Also wie bereits erwähnt, kann die Erkenntnis dass mehrere verschiedene Laufschuhe gut für die Verletzungsprofilaxe sind, wirklich nicht die neuste Erkenntnis sein. Und falls das bisher ein Händler nicht gewusst hat, sollte er wohl auch in Zukunft keine Laufschuhe verkaufen. 

Und jetzt hier der Kernpunkt zum Thema Pronation, Überpronation und Laufschuh. Dass die Pronation des Fusses eine ganz natürliche Bewegung des Fusses ist, wissen wir doch schon lange. Nur ist leider nicht jeder Fuss gleich gebaut und auch nicht dem selben Körpergewicht ausgesetzt. Und neben der Pronation gibt es noch ganz viele andere Faktoren, welche die Statik des Fusses betreffen. Die Krux an der ganzen Sache ist nun, dass sich bei einem Barfussgänger der harte Untergrund nach dem Prinzip "actio et reactio" verhält. In Laufschuhen verhält sich die Reaktion jedoch gerade umgekehrt. Die geschäumte Zwischensohle des Schuhs gibt dort wo mehr Druck herrscht nach und erhöht so die Pronationsbewegung, was dann wiederum zu einer unnatürlichen Überpronation führt. Bei einer guten Laufschuhberatung geht es nun also darum, jenen Schuh zu finden, welcher dem Fuss soviel Stabilität bietet, um das Prinzip von "actio et reactio" möglichst genau zu erreichen. Natürlich kann man jetzt einfach Schuhe mit einer möglichst dicht geschäumten und dünnen Zwischensohle bauen, und damit das "Problem" von Grund auf lösen. Nur leider werden wir damit wieder mal alle Läufer in die gleiche Richtung lenken wollen und somit den nächsten Irrtum begehen. Und lieber Herr Spencer White: Mit der Pronation ist es wie mit dem Rauchen. Es gibt Menschen die rauchen ihr ganzes Leben lang und haben nie Lungenkrebs. Und nur weil deren Körper damit umgehen kann behauptet wohl auch niemand, dass das Rauchen keine Gefahr darstellt.

Grundsätzlich geht es bei der Laufschuhberatung um mehr als um irgendwelche Erkenntnisse und Irrungen irgendwelcher von Schuhmarken gesponserten Entwicklern. Hier geht es um viel mehr. Um die Kunden und Kundinnen die im Laden stehen, um die Voraussetzungen welche sie zum Laufen mitbringen. Um das Gelände in dem sie sich bewegen  und um die Ziele die sie sich gesetzt haben.

Als Laufspezialist sage ich nur eines: Schön dass es die heutige Vielzahl an unterschiedlichen Laufschuhen gibt, welche uns Spezialisten ermöglicht, für wirklich jede Läuferin und jeden Läufer den passenden Schuh zu finden. Egal ob dämpfend oder direkt, pronationsgestützt oder neutral, mit oder ohne Sprengung, für Strasse oder Trailrunning, Training und Wettkampf.